Sonntag, 27. april 2008
also, da kommt man sich ja wirklich schon tierisch alt, wenn man keine Ahnung hat wie soetwas eingericht wird.
Wenn man sich erkundigen muss, was ist ein Blog/block?
Dies ist meine Testlaufseite mit Quasselmist, damit ich herausfinden kann ob das alles so funktioniert.
Danke für die Aufmerksamkeit.
von tine bánk
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Dienstag, 6. mai 2008

So, ein Stück weit ist meine/unsere Reise nun doch schon losgegangen.

Ich bin jetzt seit Donnerstag auf der Elessar, habe ein Paar Segel hochgezogen, herabgelassen. Habe meine Haut leicht angebräunt. Habe in ziemlicher Flaute auf dem Weg von Söby nach Kappeln mehrfach (na gut: zwei Mal) Schweinswale gesehen. Die Sonne glitzert kurz auf, auf ihrem gebogenen Rücken. Gut zu wissen, das sie so viel Platz haben, um vor den ganzen Schiffen einfach abzutauchen. Jetzt putze ich und tu meinen Teil dazu, dass es losgehen kann. Begreife ein Stück mehr das Leben im Hafen, wo spontan alle miteinander grillen, quatschen, lästern; Gemeinsamkeit für alle einen Wert hat. Auch wissend das über uns vielleicht der Kopf geschüttelt oder ein Prognose abgegeben wird. Ist schon o.k., so sind Menschen.

Der Frühling schmeckt schon sehr nach Sommer und erinnert mich an die ewigen Theaterferien im Sommer, wo der Job in die Ferne rückte. Hier schaffe und tu ich, damit man nicht so träge wird. Aber man spürt schon wie sich Körper und Geist auch auf Erholung einstellen.
Es geht also am Freitag los, so oder so-bis denne

von tine bánk
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Donnerstag, 8. mai 2008

Die Sache mit der Kiste

 

Vor zwei Jahren, da habe ich mir einen Koffer gewünscht, nicht sone Reisetasche, nein- alles was man hat/besitzt- in einem Koffer….

Tja, nun die Reise, hier eine Kiste. Micha hat sie mir leer geräumt und ich finde sie wichtig für mich, mein kleiner privater Raum. Jetzt die Frage: was kommt hinein?  Je mehr ich grüble, können die Bücher in die Regale, der Fotoapparat in die Büroecke, die Unterlagen in den Hefter…

Dann fange ich an ziemlich wahllos ein Buch zu lesen, da springt es mich an:

„Lieber Pat,

Du trafst mich dabei, wie ich ein Holzfigürchen schnitze, da sagtest du: “Warum machst du mir nicht einmal etwas?“

Ich fragte dich, was du gern möchtest, und da sagst du:“ Ein Kästchen.“

„Wozu?“

„Um allerhand hineinzutun“

„Was denn?“

„Was du eben hast“, sagtest du.

Nun, hier ist das Kästchen. Ungefähr alles, was ich habe, ist darin, und es ist nicht voll.

Leid und Aufschwung ist darin, gute Stimmungen, böse Gedanken und gute Gedanken, die Lust des Planens und etwas Verzweiflung und die unbeschreibliche Freude des Schaffens. Ganz obenauf aber alle Dankbarkeit und Liebe, die ich für dich hege.

Und das Kästchen ist noch nicht voll.

 John“

 

 

Hier auf diesen Seiten, nun mein Kästchen, Koffer, Büchse …

Ich tue mit jedem Tag der Reise etwas hinein, ein bisschen Abenteuer, Liebe, Neugier, Sorge  und Glück und wenn wir wieder da sind, ist die Kiste vielleicht……wir werden sehen.

von tine bánk
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Freitag, 9. mai 2008

 

 

So, in zwei Stunden werden nun die Leinen von Bord geschmissen, der Anker gelichtet, die Fender verstaut, dann schiffen wir über die See und fühlen uns frei und stark und unsterblich – bei einer Windstärke von zwei.

„Rettet die Seebären!“, so der Wahlspruch vom Frühstück. Wer also ein Spendenkonto einrichten möchte…..

Der Seebär: Ein possierliches Tierchen von Kleinst- bis zu gewaltigem Ausmaß. So auch  seine Behausung, eine schwimmfähige Burg von der sich der Biologe noch im Streit mit Ornithologe und Zoologe befindet, ob es sich hierbei um einen schwimmenden Kobel handelt. Von Haus aus ist der Seebär brummig, übellaunig und scheut die Geselligkeit. Hierbei gibt es Ausnahmen, denn in der Paarungszeit verzichtet der Seebär gern auf seine Einsamkeit. Generell ist der Seebär das ganze Jahr hindurch paarungsbereit, findet aber schwer und oft nur durch absurde Zufälle ein Weibchen.  Die Tragezeit über befindet sich das Weibchen wenig im Kobel und bevorzugt ein Eigen-heim. Der Seebär ist eindeutig vom Aussterben bedroht, da er aus seinem Lebensraum vom so genannten Yachttölpel oder dem Wochenendseegler verdrängt wird.

 

Liebe Leute, es geht los! Es kribbelt im Bauch…auf zu neuen Ufern!

von tine bánk
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Mittwoch, 14. mai 2008
Stimmungsvorhersage des deutschen emotionalen Hoch und Tiefdruckdienstes, die 5- Tagesprognose für folgende Seegebiete: Samstag, 10.5.08 Belte und Sund Nervös angespannt (durch die Schlei gesteuert), umlaufend 36,5 Grad Körpertemperatur. Sonntag: 11.5.08 westliche Ostsee Romantisch verrucht-kleines Zwischenhoch, bei 1m Welle, (stehe für 5 sek. ganz allein an Deck, - die Welt gehört mir Gefühl) Hitze, platte See Montag, 12.5.08 Südliche Ostsee Absolute Hochstimmung, entsteht aus einem seltsamen Schlafmangelgefühl, draußen alles diesig, dann Nebelfelder, das Nebelhorn tutet, Wahnsinn, Trog, Barometer kann fallen, muss aber nicht Dienstag,13.5.08 Boddengewässer Körpergeruch verdoppelt sich schlagartig, auf Windrichtung für den Rudergänger achten, hektische Bewegungen vermeiden, man möchte ja niemanden beleidigen, leichte Brise am Abend Mittwoch,14.5. Zentrale Ostsee Overall anbehalten, Außentemperatur total egal, man möchte auch nicht zur Belastung werden, wie machen das die Anderen, Antitranspirant und Eau de Cologne versagen… Wo ist Land??? Wasser…Wasser… Für diese Vorhersagen wird keine Gewehr übergenommen.
von tine bánk
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Mittwoch, 14. mai 2008

 

 

Die Wellen sehen aus

Wie dicke Wale Buckel,

berechtigt eine Frage –

was buckeln Wale?

(besonders Buckelwale)

von tine bánk
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Mittwoch, 14. mai 2008
Volle Schönheit… Steuerbord geht’s nach Hause, hier fühlt es sich aber auch schon nach zu Hause an. Sicherlich fehlt der Garten, dann aber doch der kleine Zaun hier herum und wechselnde Aussichten von Wind, Wetter und Wasserschaft. Heute ist hier nur eine Prise Fahrtwind, knalle Sonne. Eigentlich müsste man ein Becks nach dem anderen, leicht bekleidet, Sonnencremegeruch, Delphine…huch, ich muss aus der Sonne. Gestern war tagsüber das Verkehrsaufkommen in der Luft teilweise höher als auf dem Wasser, nur nicht in der Nacht, wie praktisch! Aber die wackeren Männer haben uns durch alles durchnavigiert, während ich mit Ohropax- ein widerlich praktisches Zeug- auf Koje lag. (Zur Erklärung: wir sind seit Freitagmittag durchmotort).Ist gar nicht so einfach, dem Körper zu erklären in allen Bewegungen mit dem Schiff zu verschmelzen und dabei hatten wir gar nichts auszustehen, nur hin und wieder mal eine Bug oder Heckwelle einer knapp 10 000 t Speadway Fähre…Wenn ihr wisst was ich meine, haha.
Gerade ist an backbord ein Pinguinpärchen vorbeigeschwommen oder jedenfalls sahen sie so aus. Tauchen konnten die hier auch. Der Eyeliner etwas sehr dick aufgetragen zu den Ohren(die waren nur nicht zu sehen )auslaufend, gebogene Schnäbel….
von tine bánk
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Mittwoch, 14. mai 2008

Jetzt ist schon Mittwoch und ich habe hier schon ganz schöne Lücken klaffen, aber es ist wirklich viel, was so um einen passiert.

Von Freitag bis Sonntagabend sind wir durchgefahren(Schlafentzug ist Folter ganz klar!). Abends in Kalmar festgemacht. Montag den Tag mit leichten Reparaturarbeiten zugebracht… zwischendurch machte die Welle zuviel Wasser(im März auf der Werft irgendwie einiges neu gemacht…an dieser Stelle liebe Grüße an Jan und die Gang), also, alles auf- die Frau Bánk macht den Drückemann für die Lenzpumpe, während Micha kopfunter und -über seine Reparaturarbeit in solcher Art verrichtet, dass alles nur noch schlimmer wird. Dann setzt die Lenzpumpe aus….gut, denke ich, die Spagetti können wir auch auf der Pier essen. Nein, ich denke: alles Wertvolle raus, wie tief ist es hier, guckt eigentlich der Mast dann noch raus, komm ich ins Fernsehen? Dann ging plötzlich alles wieder und ist bis jetzt in einem topp Zustand, sodass ich nachher die Bilch etwas anfeuchten muss. Dann sind wir Dienstagmittag weiter los durch den nördlichen Kalmarsund. Die Fotos mit der Brückendurchquerung werden zu einem zünftigen Schwedendiaabend vorgezeigt…und können doch nicht das Gefühl übertragen, welches man beim Passieren hat. Dann habe ich 6 Stunden am Ruder gesessen, nach 4 Stunden war ich auch nicht mehr ganz so nervös und habe aufgehört sofort rumzubrüllen, wenn mir jemand kurzzeitig die Sicht versperrte. Jetzt denke ich allein gegen den Wind im Erdmannstil die Welt umrunden zu können. Oder fast jedenfalls. Man spürt, dass es hier noch deutlich kälter ist. Die unterschwellige Kühle im Wind und der Geruch von Kälte….man kann das riechen, wirklich war.

Gestern haben wir in einer kleinen Bucht geankert, eine Kormoraninsel und die architektonische Meisterleistung einer Papierfabrik…. Daher auch dieser Geruch von Maische und Gülle, leicht süßlich. Egal - das erste Mal ankern. So viele Premieren! Mein Geist und Körper kann das hier alles noch gar nicht so recht fassen, reisen wir zu schnell??? Für Astralleib und Seele? Oder hat es mit dem Abschalten bei mir noch nicht geklappt??

Ich arbeite dran. Schön das Jonas noch dabei ist und halbstündlich nach etwas Essbarem verlangt, oder wie ich vermute, heimlich irgendwelche Schapps plündert. Irgendwann will ich dieses Paket Spagetti da raus holen und es ist einfach weg. Ich bin mir sicher. Eingeatmet von einer 16 jährigen Kalorienverwertungsbiomasse, die die Augen zum Himmel verdreht und fröhlich flötend am Horizont verschwindet. Weil ich immer noch mit dem Kinn auf der Brust da stehe und nicht kapiere, wie nach der Sahnetorte auch noch 4 Packungen Kekse, drei Möhren und zwei Äpfel, Knusbits und und und in dieses „Kind“ reingesaugt wird.

 

 

******************

 

Lieber Herr Lehmann, gestern hattest du Geburtstag und ich gratulier dir auf diesem Wege und wünsch dir ein gutes Jahr, mach was draus.

von tine bánk
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Donnerstag, 22. mai 2008
Da liegen wir also das erste Mal so richtig in einer idyllischen Bucht. Das Heck hat nur einen halben Meter zum Felsen, auf den man gut springen kann. So steil gehen die Felsen gleich in die Tiefe. (dies Schiff hat ca. 2,70 m Tiefgang, manchmal variiert das ein bisschen, je nach dem wer Micha zuhört). Jonas bringt Leinen aus und fängt auch gleich an wie zufällig und nebenbei Geräusche zu machen (mir wird klar, dass vertreibt den wilden Elch). Über den Verlauf des abends kann ich von meiner Warte aus wenig berichten, denn plötzlich wurde es dunkel und ich hatte am nächsten Tag Kopfweh- komisch… Am nächsten Tag wurde das Beiboot ausgebracht und kleine Touren zum Aufschrecken der Vögel, Zerrütten des biologischen Gleichgewichts und allgemeinen unnützen Beförderung von Personen genutzt. Als ich auf der Nachbarinsel Elchscheisse in mehreren Stufen der Rückführung in den Kreislauf der Natur fand, wollte ich schnell nach Hause, ganz schnell. Am nächsten Tag haben wir uns durch enge Schluchten und zwischen Inselchen mit Kormoranen, Möwen und anderen Pieptieren durchgesegelt. Ich hab wieder gesteuert. Also die Sache mit dem Selbstbewusstsein….keine Probleme…Dann Västervik.
von tine bánk
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Donnerstag, 22. mai 2008

 

Der Limerick zum Sonntag hat eine Verabredung wahrgenommen und den DADA ist tischen

Wortwürger dagelassen:

 

Wie ich da steh

(na klar,

auf elessar)

und seh

den See

(die See?)…

Und alles aufgeklart,

damit und falls sofort parat.

Doch hier ,

nicht schier ,

verwirrt,

verwirkt

die Dirk

(der Dirk?).

Der Tampen, Leine, Strippe, Schnur –

Was mach ich nur?

 

Refr.

Es lenzt die Bilge,

es ruft die Plicht.

Es zwitschert der Zeising,

es killt die Gischt.

 

Ich schieße auf

in kleinen Buchten,

doch stopp, was suchten

denn diese Enden hier-

die Schot, die Schoten

Schotten, Schotts, Chaoten.

Ich schwimme-

zwar metaphorisch nur…

doch scheußliches Gefühl ganz pur.

DA kommt der Kapitän,

mein Herz es hüpft, wie schön!

 

Refr. dramatisch ansteigend

Es lenzt die Bilge,

es ruft die Plicht.

Es zwitschert der Zeising,

es killt die Gischt.

 

Nimmt mich leicht beiseite,

gibt neue Denke mir und Weite.

Dankbarkeit ist ein Gedanke,

wie ich den Niedergang lang wanke,

erblick ich stolpernd die Gefahrn:

Doch Käptn sagt:

„Das war bloß Seemannsgarn!“

von tine bánk
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